Just saying…

Vom Impfzentrum zum yeswecan!cer CALL-IN

von | Mai 11, 2021 | work

2021 – ein Jahr mit ungewöhnlichen Perspektiven…

…um das mal wirklich milde auszudrücken. Disruption, eines der Lieblings-Buzzwords der vergangenen Jahre ist quasi ein Dreck dagegen. Für viele Menschen hat sich durch die aktuelle Lage das ganze Leben auf links gedreht. Manche profitieren, andere fürchten um ihre Existenz, viele beschweren sich, andere rollen die Ärmel hoch, für einige ändert sich nicht viel und wieder andere überleben gar nicht erst. Es wird den ganzen Tag diskutiert. Auf allen Kanälen tobt der Meinungskampf um Freiheit und Solidarität. Urplötzlich machen sich Menschen Gedanken über Grundrechte, die sonst gar nicht bemerken, dass sie welche haben – wahrscheinlich weil sie selbst nie betroffen waren von Einschränkungen oder Ungerechtigkeit. Es wird gemeint und geschimpft den ganzen Tag, im Netz und auf der Straße und abends in den Talkshows sitzen immer dieselben Protagonisten.

Uff. Sich das alles reinzuziehen, ohne was Positives zu tun, ist nichts für mich. Und so habe ich mir überlegt: Ich mach da jetzt einfach mit! Ich helfe mit, dass der Spuk schneller vorbei geht und jobbe im Impfzentrum. Eine großartige Entscheidung, wie ich nach 2 Monaten immer noch finde. Mal was für andere machen, das kann niemandem schaden und außerdem kommt man mal raus aus seiner Bubble und sieht, wer so alles lebt in der großen Stadt. Das bildet – und zwar jeden und in jedem Alter. Außerdem, dachte ich mir, wenn ich schon mal dabei bin, mich für gute Sachen einzusetzen, kann ich auch gleich weitermachen. Und deshalb unterstütze ich yeswecan!cer und moderiere den yeswecan!cer CALL-IN.

yeswecan!cer – ein großartiger Verein…

… genauer gesagt eine großartige gemeinnützige GmbH und eine fantastische Idee meines alten Chefs und Buddy Jörg Hoppe, mit dem ich vor vielen Jahren zusammen Musikfernsehen gemacht habe. Schon immer ein kreativer Visionär und irgendwie hyperaktiv, hat er seine inzwischen überwundene schlimme Krebserkrankung in positive Energie verwandelt und vor 2 Jahren Deutschlands größte digitale Selbsthilfegruppe für Krebspatient*innen und deren Angehörige gegründet. Yeswecan!cer ist das Movement für den angst -und tabufreien Umgang mit der Krankheit Krebs.

Die YES!APP hilft Krebspatient*innen, sich mit anderen Betroffenen jederzeit und überall auszutauschen oder die passende Selbsthilfegruppe in der Nähe zu finden. Sie fördert den Dialog, Informations- und Erfahrungsaustausch unter Patienten und Angehörigen und will damit Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Schnell, direkt, effektiv, von Mensch zu Mensch. Und mit einem unglaublich mitreißenden positiven Spirit, der auch mich sofort gekriegt hat. Und deshalb bin ich jetzt dabei. Ungefähr ein bis zweimal im Monat, als Moderatorin der wöchentlichen Streaming Livesendung yeswecan!cer CALL-IN:

yeswecan!cer CALL-IN – eure Fragen unsere Experten

Live in der YES!APP, auf Facebook und Youtube gibt es jeden Donnerstag um 18 Uhr ein Gespräch mit erfahrenen Fachleuten zu den unterschiedlichsten Fragestellungen rund um das Thema Krebs. Wir beantworten medizinische Fragen, erklären Therapien und Krankheitsbilder, informieren über neue Behandlungsmethoden und beziehen dabei unsere Zuschauer mit ein. Entweder direkt live zugeschaltet, oder durch Fragen, die wir vorher über die Yes!App und in social media sammeln. Jeder kann sich beteiligen und an der Sendung mitwirken, oder auch seine Fragen noch im Nachhinein an die Experten stellen. Ein wirklich tolles Konzept, das schon vielen Betroffenen Mut gemacht hat und richtig gut ankommt.

Meine erste Sendung hatte gleich ein besonders sensibles Thema. Palliativmedizin – wie kann man das Leiden lindern? Und ich muss gestehen, ich war ein bißchen nervös. In meiner langen Fernsehkarriere habe ich schon über fast alles gesprochen, aber darüber tatsächlich nicht. Glücklicherweise hatte ich mit Prof. Hardinghaus und Dr. Karimian zwei wunderbare Gesprächspartner. Last minute kam auch noch der Aktivist und Sterbebegleiter Dada Peng dazu und die Krebspatientin Siggi, die mich mit ihrer unglaublich mutigen und warmherzigen Art fast zu Tränen gerührt hat.

Ich weiß, das hier ist heavy stuff. Aber es wird ja immer alles leichter wenn man darüber spricht. Und das tun sie bei yeswecan!cer in ganz besonderer Weise. Unkompliziert, direkt und doch voller Empathie für die Situation des anderen. Das mag ich sehr. Und das würde ich mir auch generell wünschen für unseren Umgang miteinander, in dieser ganz besonderen Zeit.

Hier entlang zur Sendung, bitte!

Yeswecan!cer Call-In Palliativmedizin mit Susanne Reimann